Medienschau: Tagesspiegel / FAZ – Andrea Breth zum 70.

Theaterkönigin

Theaterkönigin

31. Oktorber 2022. Im Tagesspiegel gratuliert Peter von Becker der großen Regisseurin Andrea Breth, die 70 Jahre alt wird. Er würdigt sie als die nach Ruth Berghaus erste Regisseurin, der der Durchbruch an den großen Bühnen gelang. Und in der FAZ ist es Anlass für Gerhard Stadelmaier, doch mal wieder über Theater zu schreiben, einen schönen Geburtstagsgruß nämlich, für die "überragende Liebhaberin der dramatischen Dichter".

"Andrea Breth eroberte die Bühne nicht als Revolutionärin, eher als bedacht vorangehende Traditionalistin", so von Becker. "Mit psychologischen Realismus voll eigener Fantasie und Spurenlese in komplexen Stücken, mit feinem Sinn für Spielerinnen und Spieler." Von 1992 bis 1997 leitete sie in der Nachfolge Peter Steins die Berliner Schaubühne. Danach war sie lange Hausregisseurin am Wiener Burgtheater. Zuletzt hatte sie sich vermehrt der Oper zugewandt.

In der FAZ schreibt Gerhard Stadelmaier: "Ihre Berufung wie ihr Glücksfluch ist: Größe. Erstens liebt sie Großes. Zweitens wagt sie Großes", so der ehemalige Kritiker, und drittens sei sie fürs gängige Theater schon zu groß. Sie rage neben Peter Stein als "glanzvolles Restmitglied der einstigen europäisch humanen Welttheater-Genie-Phalanx weit hinaus über die G’schaftlhuber-Szene des deutschen Theaters.

Ihre Inszenierungen fielen freilich schon immer irgendwie aus der Zeit. "Denn es schafft nie gesehene Freiräume: fürs Unerhörte." "Sie fiel früh auf. Und es fiel auf, dass sie nicht in den theatralischen Hauptstrom passte." Denn wo das Regisseurstheater von damals sich gerade in den letzten Delirien einer kollektiven Eiszeit erging, "bewies die Jungregisseurin, um einen Schiller von innen, nicht von außen ringend, dass Luise und Ferdinand nicht auch noch mal in die allgemeine Eiszeit zu passen hatten – sondern dass Eis und Kälte ihr ganz besonderer, eigener großer Besitz waren." Große Einsame seien die Figuren allesamt, die Andrea Breth bei den dramatischen Dichtern findet und erfindet.

(tagesspiegel.de / faz.net / geka / sik )

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